Das "Schmerzgesicht" beim Pferd

Jedes Pferd fühlt Schmerz individuell. Auch die Art, wie Schmerz ausgedrückt wird, die „Schmerzmimik“ ist entsprechend unterschiedlich. Einige Pferde leiden sehr deutlich, wenn nur eine Fliege hustet. Andere verstecken ihre Schmerzen. Für ein Fluchttier ist das sehr sinnvoll. Leider führt es dazu, dass Pferde nicht die angemessene Schonung erhalten (können) und weiter ihre schmerzenden Glieder benutzen müssen.

Die Selektion auf "Härte" in der Pferdezucht, wie es in den vergangenen Jahrhunderten üblich war, eine Auslese also von Pferden, die auch unter widrigsten Umständen für den Menschen Leistung erbringen konnten, hat auch das individuelle Schmerzempfinden und die Art, wie Schmerzen gezeigt werden, verändert. So muss man manchmal einem Isländer geradezu in die Augen starren, um seine Reaktionen zu erkennen - was selbstverständlich nicht bedeutet, dass ein Isländer keine Schmerzen haben kann und nicht unter Schmerzen leidet. Er zeigt sie eben nur nicht … nicht deutlich.

Mimik bei Schmerzen

Allgemein verändert sich unter Schmerzen das gesamte Mienenspiel. Die Augen eines Pferde wirken dann glasig und der Blick leer und in sich gekehrt. Die Ohren werden häufig angelegt. Andere Pferde lassen ihre Ohren leicht hängen, so dass sie mit der Öffnung nach seitlich hinten zeigen. Auffällig kann sich die Gesichtsmuskulatur verspannen. Die größeren Blutgefäße treten dann deutlicher unter der Haut hervortreten. Die Lippen werfen kleine Falten und die Nüstern sind angespannt verzogen. Manchmal sind sie auch durch eine leicht gepresste Atmung geweitet.

Besonders schwierig erkennt man ein Schmerzgesicht im langem Winterfell.

Oft geschieht es, dass bei chronischen Schmerzen sich der gesamte Gesichtsausdruck eines Pferdes sehr verändert. Ihre MImik wirkt ausdruckslos, fast apathisch. Manchmal kann man nur noch am Augenausdruck erkennen, wie viel Schmerzen ein Pferd erleidet.

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