Man ist, was man isst …

Serie zur Tierernährung - Teil I

Der Markt mit Futtermitteln für Haus- und Heimtiere ist ein Riesengeschäft. Industriegiganten wie Mars (Royal Canin, Frolic, Whiskas, Sheba, Kitekat, Cesar, Winergy …), Procter&Gamble (Eukanuba, Iams) und Colgate-Palmolive (Hills) versucht uns den Segen ihres Allein-Futters zu verkaufen - täglich, mit Werbespots zur besten Sendezeit. Gleichzeitig werden immer mehr Nahrungsergänzungsmittel für Tiere entwickelt, um - wozu eigentlich? Diese Alleinfuttermittel enthalten doch alles, was ein Tier braucht?

Das erzählt zumindest die Werbung. Und macht inzwischen Werbespots für Zahnpflege"Leckerchen" für Hunde - Kaustangen auf Getreidegrundlage.

Heimtier-Futter ist ein Geschäft.

Und Geschäftsleute wollen Gewinn machen. Das ist völlig verständlich - niemand kann ein Geschäft anders betreiben. Das bedeutet aber auch, dass möglichst billige Rohstoffe eingekauft werden. Damit ein Käufer weiß, was in den kleinen Brocken Futter in einer Tüte steckt, gibt es die Deklaration. Denn - mit den Augen erkennen, woraus ein Futter besteht, kann man nicht.

Die Deklaration ist nicht umbedingt leicht zu verstehen. Teilweise hat das traditionelle Gründe. Man kann schon fast sagen, historische Gründe. Die Futtermitteldeklaration beruht auf der Weender Analyse. Sie wurde in der landwirtschaftlichen Versuchsstaion Weende (Göttingen) entwickelt. Ziel war eine effektive Fütterung von Masttieren. Es ist eine chemische Analyse auf chemische "Klassen". Die Weender Futtermittelanalyse ist billig, wird weltweit eingesetzt - und sie ist für den Besitzer eines Hundes oder einer Katze kaum verständlich.

Deshalb wird sich ein späterer Artikel mit der Deklaration befassen.

"Man ist, was man isst …"

Katzen aber sind keine Pflanzenfresser. Die Evolution hat sie in Millionen Jahren zu Fleischfressern gemacht. Ein Katzenfutter sollte einer Maus "entsprechen".  Auf z.B. Zucker und Getreide in ihrer Nahrung, (Kohlehydrate, auch in Form von Oligosacchariden) sind Katzen von der Evolution nicht vorbereitet worden. Auch Soja hat in der Ernährung von Katzen nur wenig Sinn - aber es ist als Rohstoff natürlich billiger als Fleisch.

Hunde sind auch keine Pflanzenfresser. Sie sind keine so strikten Fleichfresser wie Katzen, aber Ihr Verdauungssystem ist auf leicht verdauliches und daher hochwertiges, tierisches Protein eingerichtet. Mit anderen Worten: Hunde brauchen Fleisch.

Kaninchen und Meerschweinchen brauchen Knabberfutter: Gras und Heu. Heu ist viel wichtiger als die bunten Rollies. Die kann man mit Schokolade für den Menschen vergleichen: lecker, energiereich und deutlich weniger gesund als Gemüse.

Die Ernährung von Pferden ist im geringeren Maß von den Multis dominiert. Dazu komme ich in einem späteren Teil.

 

Nächste Folge: "Was auch immer der Vater einer Krankheit ist, ihre Mutter ist die Ernährung …"

 

Zum Weiterlesen:

Colgate-Palmolive erzielte mit Tierfutter (Hill's) laut Wikipedia 13% des Jahresumsatzes 2008. Mars Deutschland macht laut Wikipedia rund 60% des Umsatzes mt Tierfutter.

Peta: über Tierversuche bei Eukanuba (Iams)

"Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter" von Hans-Ullrich Grimm, erschienen beim Paul Zolnay-Verlag; Dieses Buch hat bereits einigen Staub aufgewirbelt. Es ist meiner Meinung nach lesenswert, auch wenn es teilweise sehr reißerisch geschrieben ist.

"Hunde würden länger leben … Schwarzbuch Tierarzt" von Dr. med. vet Jutta Ziegler, erschienen im mvg-Verlag. Die enge Verbindung zwischen Tierfutterherstellern und Tierärzten wird hier deutlich dargestellt.

"Der Jahrtausendirrtum der Veterinärmedizin" von Klaus Dieter Kammer; bzw. die Internetseite, befasst sich mit der HD bei Hunden, die nach Meinung des Authors größtenteils durch Fertigfuttermittel verursacht wird. Das Buch selbst ist nur schwierig zu erhalten. Die Internetseite ist allerdings sehr interessant. (und nicht frei von persönlicher Verbitterung, verständlich, vielleicht)

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