Tatort Hausgarten - Vergiftungen bei Hunden

In der Gartenzeit nehmen Vergiftungen bei Hund und Katze rapide zu.

Ein junger Hund muss erst lernen, dass Blauregen dummerweise seiner Gesundheit schadet: je nach Menge der aufgenommenen Pflanzenteile sind Reizung und Entzündung des Magen-Darm-Traktes und heftiges Erbrechen möglich: es besteht Kollapsgefahr.

Rhododendron ist selbstverständlich auch giftig (Brennen und Juckreiz Haut/ Scheimhäute, Speicheln, Durchfall, Erbrechen, Krämpfe, Blutdruckabfall bis Kollaps, Atemlähmung und Herzstillstand bei den Arten Rh. ferrugineum Linnè und Rh. hirsutum Linnè; bei Rh. luteum Sweet und Rh. catawbiense Michx rauschähnliche Zustände, Atemlähmung).

Efeu: Reizung des Magen-Darm-Traktes, Krämpfe, Hautausschlag

Buchsbaum: Erbrechen, Durchfall, heftige Krämpfe; Tod durch Atemlähmung. Hervorgerufen wird es durch ein Gemisch von Alkaloiden. Besonders die jungen Blättern und die Rinde sind gefährlich. Sie enthalten bis zu bis zu 2% dieser Giftstoffe.

Giftig sind auch die Schwarze (Christrose) und Grüne Nieswurz (Helleborus) - beide wurden schon in der Antike als wichtige Arzneipflanzen verwendet. Denn: die Dosis macht das Gift!

Weitere Giftpflanzen im Garten sind: Blauer Rittersporn, Blauer Eisenhut (Aconitum; sehr giftig! Ebenfalls, aber etwas weniger stark, sind der Bunte und der Weiße Eisenhut giftig). Besenginster (Cystisus) ist ein wirksames Mittel bei Herzschwäche - aber nicht, wenn ein junger Hund den ganzen Wurzelstock zerkaut. Der Abendländische Lebensbaum (Thuja). Robinien (die bedeuten allerdings eher für Pferde eine Gefahr). Rhizinus ist hochtoxisch und vor allem im Mittelmeergebiet eine beliebte Gartenpflanze. AkeleiKüchenschelle, Wiesenküchenschelle und Gemeine Küchenschelle (das Vergiftungsbild von Pulsatilla kann man in jeder homöopathischen Arzneimittellehre nachschlagen).

AdonisröschenHerbstzeitlose (Colchicum, ebenfalls ein geschätztes Homöopathikum. Das Gift der Herbstzeitlose wird auch in der Gentechnik verwendet, es ist krebsauslösend. Und für Pferde bedeutet es ein besonderes Problem, weil es auch im Heu noch giftig bleibt.

Der Weiße Stechapfel (Stramonium der Homöopathie).

Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara, bekannt auch nur als Dulcamara.) Jedes Nachtschattengewächs ist giftig, zumindest in Teilen. Kartoffellaub, ungekochte Kartoffeln und die grünen Stellen einer Kartoffel verursachen beim Menschen ein grippeähnliches Vergiftungsbild. Tomatenlaub und Stiele und auch die unreifen, grünen Tomaten sind giftig.

Der hübsche Fingerhut (Digitalis) hat es aufgrund seiner herzwirksamen Glykoside bis in die Schulmedizin geschafft … ebenso wie die Meerzwiebel. Auch Maiglöckchen und Waldmeister können giftig wirken.

Modern geworden im Garten ist auch das Wandelröschen, Lanata camara L. Es wirkt leberschädigend und behindert den Galleabfluß. Symptome einer akuten Vergiftung sind Gelbsucht und durch Sonnenlicht verursachte Hautentzündungen (zum Beispiel auf der Hundenase). Für manche Hunde ist das Wandelröschen anscheinend unwiderstehlich.

Selbst Begonie und Geranie sind einem Hund nicht freundlich gesonnen.

… und diese Aufzählung der Giftpflanzen im Garten und auf Balkon und Terrasse ist alles andere als vollständig.

Blühende Pflanzen: Gefahr auf Balkon, Terrasse und im Garten

Gärten sind eine Oase - eine Rückzugsfläche für giftige Pflanzen, garniert mit Pflanzenschutzmitteln und chemischen Dünger … Verblüffenderweise überleben die meisten Hunde ihre Welpenzeit im Hausgarten trotzdem. Nicht nur die für ihre Giftigkeit bekannten Pflanzen (z.B. Fingerhut, Eisenhut, Eibe,…) stehen häufig in Gärten. Es scheint, dass alle Blühpflanzen zumindest unverträglich sind. Eine Ausnahme, die diese Regel bestätigt, wäre z.B. die Kapuzinerkresse, die gegessen werden kann und dazu noch hübsch blüht, oder Borretsch.

Lassen Sie also Ihren Jungspund nicht unbeaufsichtigt allein im Garten.

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