Ernährung älterer Hunde und "Management"

Energiebedarf alter Hunde

Futter muss als allererstes den Kalorienbedarf decken. Und der ist bei alten Hunden geringer als bei aktiven Jungspunden. Ein älterer Hund schläft mehr und tiefer. Insgesamt gesehen bewegt er sich weniger und neigt so dazu, Gewicht anzusetzen. Reduzieren Sie die Kalorienmenge rechtzeitig, denn Übergewicht belastet die Gelenke, den Kreislauf und das Herz. Aber es hat sich in Untersuchungen nicht als günstig erwiesen, auf eine Eiweißreduzierung zu setzen, nur weil ein Hund ein gewisses Alter (an Jahren) erreicht hat. Das kann Muskelabbau verstärken.

Wenn der Hund allerdings eine Niereninsuffizienz entwickelt hat, sieht das anders aus. Aber die meisten Hunde werden lebenslang sehr proteinarm ernährt. (Kommerzielle Alleinfutter, vor allem Trockenfutter, enthalten zum großen Teil Kohlehydrate.)

Hochwertiges Futter für alte Kameraden

Das Futter für einen alten Hund sollte hochwertig sein: hauptsächlich sollte es aus Fleisch bestehen, denn Hunde sind Fleischfresser - wenn auch nicht so strikt wie Katzen.

Eiweiß - Protein: Grundstoff des Körpers

Eiweiße bilden lebenswichtige Körperbausteine - z.B. Muskeln. Eiweiß wird vom Körper aus einzelnen Molekülen, den Aminosäuren, zusammengesetzt zu teils riesigen Molekülen und Fasern von mehreren cm Länge. Alle Eiweiße, die ein Hund braucht, kann er selbst bilden. Aber die benötigten Rohstoffe, die Aminosäuren, müssen teilweise im Futter geliefert werden. Die Menge essentieller Aminosäuren (die, die der Hunde-Körper nicht selbst bilden kann) entscheidet, wie wertvoll ein Protein als Nahrung ist. Man nennt dies Biologische Wertigkeit eines Proteins.

Die Bezugsgröße sind Hühnereier: das Eiweiß in ihnen wird als 100 gewertet. Es kann von einem menschlichen Körper (und den meisten Tieren) vollständig verwertet werden.

Pflanzliches Protein ist weniger wertvoll für ein Säugetier. Sie können es weniger gut verwerten, und es gibt viel mehr "Abfall". Hunde und Katzen können sich sich nicht ausschließlich von Pflanzen ernähren. Sie können sie nicht verdauen, dazu fehlen ihnen die Enzyme, und sie zermahlen ihr Futter nicht wie Pflanzenfresser. (Erwachsene) Menschen schon (und nach einigen Studien leben Vegetarier länger und gesünder.)

Tierisches Protein (Fleisch, Eier, Milchprodukte, …) liefert alle benötigten Aminosäuren in einem gut verdaulichen Verhältnis. Zur Ernährung eines Hundes sind sie hochwertiger, aber auch teurer bei der Herstellung eines Futters.

Kohlehydrate im Hundefutter

Hunde unterscheiden sich genetisch von Wölfen: Kohlehydrate können sie deutlich besser verdauen. So können Kohlehydrate durchaus in der Hunde-Ernährung verwendet werden. Bei Magenentzündungen können sie hilfreich sein, damit der Hund nicht zuviel Gewicht verliert. Kohlehydrate mit hohem glykämischen Index (Weizen, Dinkel, Mais, …) können aber zu viele Kalorien zu schnell liefern: der Hund kann fett werden. Und das belastet die Leber, den Kreislauf, Herz und Lunge und die Gelenke unnötig. Mit anderen Worten: drahtige Hunde werden älter.

Notwendig in der Hunde-Ernährung sind Kohlehydrate nicht. Aber meistens schaden sie nicht - Hunde können Kohlehydrate durchaus verdauen. In manchen Fällen sind sie sehr nützlich.

Fette in der Ernährung alter Hunde

Fette: eine gewisse Menge muss sein. Hunde verwerten Fett recht gut. Gerade Hunde, die Ausdauerleistungen erbringen, verwenden Fette zur Ernährung der Zellen. Auch die Nervenzellen im Gehirn profitieren von mittelkettigen Fettsäuren. Allgemein sollte das Futter genügend Omega-3 Fettsäuren liefern.

Ohne Fette in der Nahrung können die Fettlöslichen Vitamine nicht aufgenommen werden.

Vitamine und Mineralien

Wenn sie fehlen, können wichtige Stoffwechselwege beim Hund nicht ablaufen. Aber welches Vitamin in der Nahrung enthalten sein muss und welches selbst gebildet werden kann, unterscheidet sich zwischen Hund und seinen Menschen.

Viele wichtige Vitamine werden von der Darmflora des Hundes hergestellt. So kann eine Dysbakterie beim Hund auch zu einem Vitaminmangel führen.

Vitamine und Mineralien aus natürlichen Quellen werden leichter verwertet, denn darauf ist der Hund seit Jahrtausenden angepasst. Ein Übermaß an Vitaminen und Mineralstoffen ist ebenso schädlich wie ein Mangel daran, und bei jedem Individuum ist der Bedarf individuell. Bei natürlichen Quellen aber hat der Hund eine Chance, den Überfluss nicht aufnehmen zu können.

Antioxidantien, Nutraceuticals und Vitalstoffe

Farbstoffe aus Beeren und Gemüse wirken auf Freie Radikale. Sie helfen dem Körper, diese Radikale zu fangen und zu neutralisieren. Diese Moleküle, die im normalen Zellstoffwechsel entstehen, können hilfreich sein, um Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Aber der Körper des Hundes muss verhindern, dass sie an der falschen Stelle "ihr Unwesen treiben" - oder er muss sie schnell wieder neutralisieren können. Inzwischen vermutet man in Schäden durch Freie Radikale einen Mechanismus, der zur Alterung beiträgt. Auf die Gelbwurz ist ein sehr nützlicher Zusatz zum Futter. Grüner Tee kann ebenfalls hilfreich sein.

Entzündungshemmende Futterzusatzstoffe wie Ingwer oder Teufelskralle können bei Beschwerden im Bewegungsapparat helfen. Auch bestimmte Öle verändern die Produktion der Botenstoffe im Körper und führen so zu weniger schmerzhaften Entzündungen. Und Curcuma hilft auch hierbei.

Manche Heilkräuter können Ihrem Hund helfen, den Zellstoffwechsel zu verbessern und so die täglichen Herausforderungen leichter zu meistern. Gerade für das Herz-Kreislaufsystem und das Gehirn gilt das. Weißdorn und Ginkgo Biloba können die Durchblutung verbessern und sind sehr gut verträglich. Weißdorn wird sogar noch leichter Herzinsuffizienz empfohlen. Spirulina kann den Stoffwechsel entlasten.

Ein für Ihrem Hund angepasstes Bewegungsprogramm, eine Umstellung der Ernährung, „Kopfspiele“, Massage oder einfache „Hausmittel“ können Ihrem Hund helfen, trotz seines Alters sein Leben täglich fröhlich zu genießen. Eine seniorengerechte, individuell angepasste Ernährung tut dabei viel Gutes.